Drei wichtige Gründe, warum Städte Radschnellwege bauen sollten…

Illustration vom geplanten Radschnellweg Ruhr. Gestaltung: orange edge, Hamburg, im Auftrag des Regionlaverbandes Ruhr, 2014Illustration vom geplanten Radschnellweg Ruhr. Gestaltung: orange edge, Hamburg, im Auftrag des Regionlaverbandes Ruhr, 2014

In Nordrhein-Westfalen wird derzeit der erste größere Radschnellweg in Deutschland gebaut. Er wird auf etwa 100 Kilometer Städte wie Essen, Duisburg oder Dortmund miteinander verbinden. Auch Frankfurt und Berlin diskutieren derzeit über einen „Fahrrad-Highway“. Warum eine Investition in Radschnellwege sinnvoll ist, zeigen ein paar Zahlen aus der Marchbarkeitsstudie der Ruhrmetropole zum „RS1“.

1.Die Kosten

„Wir haben kein Platz und kein Geld“ sind keine Argumente gegen, sondern für den Radverkehr. Das zeigt ein Vergleich zwischen den im Bau befindlichen Radschnellweg in Nordrhein-Westfalen und den Ausbau der Berliner Stadtautobahn A100. Während für den „RS1“ auf der vollen Strecke mit allen Sonderbauwerken gerade einmal 183,7 Millionen Euro erforderlich sind, entstehen in Berlin auf nur 3,2 Kilometer Kosten in Höhe von knapp einer halben Milliarde Euro (genau 470 Millionen Euro).

Beide Projekte haben das Ziel den Berufsverkehr zu entlasten und für mehr Lebensqualität in den Städten zu sorgen. Durchschnittlich kostet der Bau von einem Kilometer Autobahn 10 Millionen Euro. Beim Radschnellweg Ruhr sind die Aufwendungen für dieselbe Streckenlänge um das 20-fache niedriger (ohne die Sonderbauwerke).

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2. Umstieg auf das Fahrrad

Weniger Autos in den Städten sorgen für mehr Lebensqualität. Baue ich aber neue Straßen, dann werde ich prinzipiell noch mehr Pkws in die Metropolen locken. Beim Radschnellweg verhält sich das logischerweise anders.

Werden künftig 20 Prozent der Wege in der Nähe des Radschnellwegs Ruhr mit dem Fahrrad zurückgelegt, könnten täglich mehr als 52.000 Wege vom Auto auf das Fahrrad verlagert werden – das entlastet die Städte wirklich.

3. Externe Kosten: Radschnellwege als Investition in die Zukunft

Ist die neue Stadtautobahn erst einmal gebaut, ist das Dilemma noch nicht vorbei. Denn die Fahrbahn muss auch instand gehalten werden. Hinzu kommen noch externe Kosten durch die CO2- und Schadstoff-Emissionen, Unfallschäden sowie Krankheitskosten. Hier zahlt der Staat auch in den Jahren nach dem Bau noch kräftig drauf.

Beim Radschnellweg Ruhr ist das anders: Hier macht der Staat rund 30 Millionen Euro jährlich Gewinn, sollte ein Radverkehrsanteil von 20 Prozent erreicht werden – die Baukosten schon eingerechnet. Warum? Fahren mehr Menschen mit dem Fahrrad sind die Unfallschäden geringer, es wird weniger CO2 in die Luft gepustet und auch die Unterhaltungskosten der Infrastruktur sind deutlich geringer.

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