Studien: Radfahrstreifen senken das Staurisiko und haben weitere positive Effekte

Radfahrstreifen in Bremen. Bild von Ulamm (Diskussion) 14:20, 18 September 2014 (UTC) (Eigenes Werk) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia CommonsRadfahrstreifen in Bremen. Bild von Ulamm (Diskussion) 14:20, 18 September 2014 (UTC) (Eigenes Werk) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Wenn ein neuer Fahrradstreifen auf der Fahrbahn geschaffen wird, ist der Protest seitens der Autofahrer meist groß. Sie befürchten längere Fahrzeiten und mehr Staus, wenn der knappe Platz auf der Straße vom Pkw- auf den Radverkehr umgelagert wird. Doch die Sorge ist unbegründet, wie Studien aus den USA zeigen.

Verkehr fließt besser

So berichtet das Online-Portal „Zukunft Mobilität“ über eine Untersuchung der Universität Virgina (hier könnt ihr den Artikel von ZM lesen), die zu dem Ergebnis kommt, dass ein Fehlen von entsprechender Infrastruktur bei einem Radverkehrsanteil über 10 Prozent den Autoverkehr ausbremsen würde. Grund: Größere Kfzs wie zum Beispiel Busse können nicht mehr regelkonform überholen.

Wird die Straße dagegen in einer solchen Situation mit einem Radfahrstreifen zu Lasten einer Fahrspur für den Autoverkehr ausgestattet, sinkt das Staurisiko – wie mehrere Modellprojekte aus New York City zeigen. Die Pkws sind zwar langsamer unterwegs, doch insgesamt bleibt die Fahrzeit konstant, verkürzt sich in einigen Fällen sogar. Dies wird damit begründet, dass der Verkehr besser fließt.

Werbevideo für „Protected Bike Lanes“ in den USA

The Rise of Protected Bike Lanes in the U.S. from The PeopleForBikes GLP on Vimeo.

Zahl der Radfahrer verdoppelt sich

Das Portal „Nahverkehr Hamburg“ zitiert zudem eine Studie aus dem kanadischen Toronto. Dort wurden nach dem Umbau der zentralen Richmond Street ähnliche Erfahrungen gemacht. Der Autoverkehr fließt seitdem um bis zu 21,5 Prozent schneller (hier lest ihr den gesamten Artikel). Des Weiteren hat sich die Zahl der Radfahrer in den Straßen merklich gesteigert – in einigen Fällen sogar verdoppelt. Auch das hat einen minimierenden Effekt für das Staurisiko, denn sie verstopfen mit ihren Autos nicht mehr die Straßen.

Allerdings verbessterte sich nicht nur der Verkehrsfluss. Die Straßen wurden für alle Verkehrsteilnehmer sicherer wie die offizielle Analyse der Stadt New Yorkt zeigt. Die Zahl der Unfälle in Straßen mit Radfahrstreifen sank um 20 Prozent. Auch Fußgänger verunglückten durch die neue Verkehrsführung seltener, da sich Autofahrer unter anderem häufiger an die Geschwindigkeitsbegrenzung hielten als vorher.

Weniger Unfälle, mehr Umsatz

Diesen Eindruck bestätigen auch Untersuchungen des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg. „Auf innerörtlichen Straßen mit einer maximalen Fahrgeschwindigkeit von 50 km/h kann mit beidseitigen Schutzstreifen auch auf Fahrbahnen mit einer Breite unter sieben Meter ein deutlicher Sicherheitsgewinn für alle Verkehrsteilnehmer erreicht werden“, wird Dr. Ralf Kaulen vom Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen in einer Mitteilung des Landes zitiert. So wurde festgestellt, dass die Autos nach Markierung von Schutzstreifen mit mehr Abstand und langsamer überholten.

Damit nicht genug: In New York profitierten auch die Ladeninhaber. An Straßen mit Radfahrstreifen stiegen die Verkäufe um 50 Prozent. In Portland wurde festgestellt, dass Radfahrer häufiger die Fußgängerzone besuchen als Autofahrer.

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