Wer den Radverkehr fördert, hat eine gesundere Bevölkerung

Radfahrer ins Maarstricht 2012. von Mark Ahsmann (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia CommonsRadfahrer ins Maarstricht 2012. von Mark Ahsmann (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Dass Sport gegen Übergewicht hilft, haben schon viele Studien ergeben und insbesondere Radfahren sorgt dafür, dass ordentlich Kalorien verbrannt werden. Doch haben Länder mit einem höheren Radverkehrsanteilt auch gleichbzeitig eine gesündere Bevölkerung? Wir haben uns das mal näher angesehen.

Vor wenigen Woche warnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO): Die Europäer werden immer fetter. Und sie gab auch bekannt, dass nach Schätzungen im Jahr 2030 noch mehr Menschen in Europa an Übergewicht leiden werden als jetzt schon.

Eine der wenigen Ausnahme bildet dabei die Niederlande. Hier wird beispielsweise der Anteil der übergewichtigen Männer in 20 Jahren von jetzt 54 Prozent auf 49 Prozent sinken. Eine Folge des Radverkehrs?

Im deutschen Nachbarland werden in vielen Metropolen wie in der Hauptstadt Amsterdam, Utrecht oder Groningen weit mehr als 40 Prozent der Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Dabei nutzt der Niederländer das Zweirad gerne im Alltagsverkehr – also auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen. Sie sind also täglich in Bewegung, treiben regelmäßig Sport und sind deshalb weniger anfällig für Übergewicht.

Doch besteht dieser Zusammenhang über alle europäischen Länder? Wir haben für diese Untersuchung die Daten der WHO (Schätzungen für 2030) mit dem Radverkehrsanteil der EU-Staaten (Erhebung, siehe unten) verglichen. Das Ergebnis bestätigt die Hypothese, es zeigt sich ein mittlerer, negativer Zusammenhang. Konkret bedeutet das, steigt der Radverkehrsanteil um fünf Prozentpunkte, sinkt der Anteil der übergewichtigen Personen bis 2030 um vier Prozentpunkte.

Es gibt einige Länder die aus dem Raster fallen. In Bulgarien liegt beispielsweise der Radverkehrsanteil nach unseren Daten bei 3 Prozent, dennoch werden weniger als die Hälfte der Bevölkerung 2030 an Übergewicht leiden. Dies ist aber nicht verwunderlich, denn ob Menschen dick oder dünn sind, entscheiden noch ganz andere Faktoren.

Dennoch kann festgehalten werden: Wer den Radverkehr fördert, kann eine spürbar gesündere Bevölkerung erhalten. Nicht nur der Einzelne profitiert, auch der Staat kann sich über eine größere Lebensqualität und sinkende Gesundheitskosten freuen.

*Erhebung des Radverkehrsanteils: Es liegen keine Angaben für die einzelnen EU-Länder vor. Einzige Möglichkeit war daher, den bekannten Modal-Split einiger europäischer Städte zu Rate zu ziehen. EPOMM sammelt die Daten von 299 euopräischen Städte. Hierfür wurden für jedes Land die Durchschnittswerte aus den Radverkehrsanteilen der einzelnen, angegebenen Städte gezogen.

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